Internationales Kompetenzzentrum für spezielle Anästhesieführung ...

Anästhesie in der interventionellen Neuroradiologie

Bereichsleitender Oberarzt:
Dr. med. univ. Placido Modesto Argüelles Delgado
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Die interventionelle Neuroradiologie
 
Die interventionelle Neuroradiologie (lNR), als ein spezielles Fachgebiet der Radiologie, ermöglicht über endovaskuläre Wege und unter kontinuierlicher fluoroskopischer Kontrolle, einen gezielten Zugang zu bestimmten Regionen des zentralen Nervensystems um dortige Läsionen spezifisch zu behandeln.
Die Möglichkeiten der dreidimensionalen und kontinuierlichen Sicht erhöhen die Sicherheit und die potentielle Erfolgsquote dieses Therapieverfahrens. 
 
Die Intervention
 
Der radiologische Zugang erfolgt durch Punktion der A. femoralis unter lokaler Anästhesie und die weiteren radiologischen Schritte erfolgen ohne schmerzhafte invasive Manipulationen. Eine Allgemeinanästhesie ist hauptsächlich bei notwendiger, absoluter Immobilisation erforderlich.
 
Besondere anästhesiologische Herausforderung
 
Am LKH-Universitätsklinikum Graz werden INR-Eingriffe in anästhesiologischer Begleitung durchgeführt da: 
  • INR-Prozeduren mit Risiken verbunden sind,  welche oft nur anästhesiologisch behandelt werden können.
  • anästhesiologische Anpassungen des Kreislaufs und des zerebralen Blutfusses  generell einen begünstigenden, aber in bestimmten Situationen auch entscheidenden Einfluss auf den Erfolg einer INR-Prozedur haben.
  • die Eingriffe aufgrund der dafür notwendigen radiologietechnischen Infrastruktur fernab der zentralen notfall- und intensivmedizinischen Bereiche durchgeführt werden.

Nachdem INR-Eingriffe in der Regel schmerzlos sind, besteht die Herausforderung für das Anästhesieteam darin, einen Narkosezustand zu erreichen bei dem eine adäquate Balance zwischen physiologischer Stabilität bzw. -Anpassung (an die jeweilige Intervention), absoluter Immobilität, PatientInnenkomfort und ausreichender neurologischer Beurteilbarkeit gegeben ist.

Internationales, anästhesiologisches Kompetenzzentrum
 
Unsere klinische Abteilung übernahm 2003 die anästhesiologische Versorgung von Prozeduren der INR. In Kooperation mit den zuständigen Neuroradiologen, Neurologen und Neurochirurgen gründete wir eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, die Versorgung dieses PatientInnenkollektivs auf einer interdisziplinäre Ebene zu planen und durchführen.
 
Die interdisziplinäre Kooperation umfasst neben der prä-interventionellen Vorbereitung (Narkoseuntersuchung, prophylaktischen Therapien), die eigentliche Intervention (Thromboseprophylaxe, Vagotonieprophylaxe, kontrollierte Hypo- oder Hypertonie, etc) und die postinterventionelle Versorgung (kontinuierlische Monitoring, Prävention der zerebrale Hyperperfusion, etc). In diesem Kontext verfügen wir über eine anästhesiologische Erfahrung an über 3275 Fällen mit stets gleichem anästhesiologischen Team. 
Letzte Aktualisierung: 18.08.2016